Flatrate = Ladenhüter?

Essen (energate) – Knapp ein Jahr nach dem Start der ersten reinen Strom-Flatrates ohne Solaranlage oder Speicher scheint sich die Produktidee als Flop zu entpuppen. „Es ist ein Nischenprodukt, geeignet für ein kleines Segment der Kunden. Für solche Flatrate-Lösungen braucht der Markt wohl noch etwas Zeit“, sagte ein Sprecher des Versorgers Innogy auf energate-Nachfrage. Die RWE-Tochter hatte im Oktober 2016 eine Jahres-Flatrate für Strom gestartet, bei der Kunden einen Festpreis unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch zahlen, das heißt ohne die sonst üblichen Nachzahlungen. Wie viele Kunden solch einen Vertrag unterschrieben haben, wollte der Innogy-Sprecher nicht beziffern: „Es gibt Abschlüsse, und die Absatzzahlen liegen auf dem erwarteten Niveau.“ Der Start der Innogy-Flat war damals Branchengespräch. Einige größere Versorger ließen daraufhin die Produktidee in ihren eigenen Vertriebs- und Marketingabteilungen prüfen. Andere winkten direkt mit der Begründung ab, dass der Markt dafür noch nicht reif sei oder dies dem Gedanken der Stromeffizienz widerspreche. Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale NRW, hatte die Flatrate als „Marketing-Gag“ abgetan. Die damals neue RWE-Tochter Innogy habe für den Start ein Thema gebraucht, damit Deutschland über die Marke spricht (energate berichtete). Der Innogy-Sprecher bilanzierte jetzt knapp ein Jahr später, dass die Einführung der Strom-Flatrate tatsächlich zu einer „hohen Aufmerksamkeit im Markt“ geführt habe. „Ein Marketing-Gag war sie aber nicht“, wies er den Vorwurf zurück. Anlass hätten Marktanalysen und die Nachfrage auf Kundenseite gegeben. Auch NEW ernüchtert von Strom-Flatrate Kurz nach Innogy hatte der Mönchengladbacher Energieversorger NEW eine Strom-Flatrate gestartet – ebenfalls mit mäßigem Erfolg. „Trotz einigen Bemühungen im Online-Marketing haben wir bisher nur wenige Kunden gewinnen können. Ich glaube, der Markt ist einfach noch nicht soweit“, sagte Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW Niederrhein Energie und Wasser im Gespräch mit energate. So habe das Unternehmen beispielsweise versucht, Kunden, die in Suchmaschinen „Strom-Flatrate“ eintippen, mit Anzeigen zu überzeugen. Auf teure Plakate, die Innogy für seine Flatrate aufkleben ließ, verzichtete das Mönchengladbacher Unternehmen. Zudem überprüfte NEW die Verbrauchsangaben der Kunden, anhand derer die monatlichen Beiträge berechnet werden. Bisher gebe es keine Indikation, dass Kunden mit dem Abschluss der Flatrate tricksen wollten, so Poll. Trotz der geringen Nachfrage nach der reinen Stromflatrate plant NEW die Weiterentwicklung zum Produktbündel von Solaranlagen, Speicher und Strom-Flat inklusive Smart-Meter. „Auch wenn wir die doch recht hohen Preise beispielsweise von Sonnen und Beegy voraussichtlich unterbieten werden, erwarte ich auch hier nicht, dass wir in kurzer Zeit viele Kunden begeistern können“, sagte Poll zu energate. Der Versorger wolle aber auf die dezentrale Stromwelt von morgen vorbereitet sein. Zudem zahle solch ein Produkt auf das Image des Unternehmens ein, erläuterte Poll. /


Es gibt aber auch andere Anbieter mit hübschen Angeboten

Just Energy Flatrate Strom
Just Energy Flatrate Gas

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